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AMS: Die Lage am Vorarlberger Arbeitsmarkt – Stand Juni 2026

Vorarlberg bleibt deutlich unter Österreichschnitt – AMS sieht positive Entwicklung bei Jugendlichen und Bauwirtschaft

Der Vorarlberger Arbeitsmarkt zeigt sich trotz der anhaltend verhaltenen Konjunktur weiterhin vergleichsweise stabil. Ende Juni waren beim Arbeitsmarktservice (AMS) Vorarlberg 10.785 Personen arbeitslos vorgemerkt – um 4,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sank die Zahl der Personen in Schulungsmaßnahmen auf 2.302. Mit einer Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent liegt Vorarlberg jedoch weiterhin deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt von 6,9 Prozent und zählt damit erneut zu den Bundesländern mit den niedrigsten Arbeitslosenquoten.

Nach Einschätzung von AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter wirkt sich die schwache Wirtschaftslage zwar weiterhin auf den Arbeitsmarkt aus, allerdings deutlich moderater als noch in den vergangenen Monaten. Die aktuellen Wirtschaftsprognosen lassen eine leichte Erholung erwarten, auch wenn sich diese erfahrungsgemäß erst zeitverzögert am Arbeitsmarkt bemerkbar macht.

Erfreulich entwickelt sich die Situation bei den Jugendlichen. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25-Jährigen ging innerhalb eines Jahres um 2,5 Prozent auf 1.263 Personen zurück. Deutlich anders stellt sich die Lage für ältere Arbeitskräfte dar: Bei den über 55-jährigen stieg die Arbeitslosigkeit um 17,4 Prozent auf 2.291 Personen. Das AMS setzt daher verstärkt auf die Aktion 55+, mit der Unternehmen durch Lohnkostenzuschüsse motiviert werden, ältere Arbeitsuchende einzustellen. Gleichzeitig unterstützt die Impulsberatung Betriebe dabei, erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter länger im Unternehmen zu halten.

Auch der Lehrstellenmarkt präsentiert sich weiterhin erfreulich. Insgesamt stehen 940 offene Lehrstellen zur Verfügung, während 236 Jugendliche eine Lehrstelle suchen. Statistisch kommen damit lediglich 1,2 Lehrstellensuchende auf eine sofort verfügbare Lehrstelle – ein Wert, der die gute Situation für Berufseinsteiger unterstreicht.

Positive Signale gibt es zudem aus der Bauwirtschaft. Nach einer längeren Schwächephase stieg die Zahl der offenen Stellen in den Bauberufen um knapp 20 Prozent auf 326. Zuwächse verzeichneten auch die Lehr- und Kulturberufe. Rückläufig entwickelte sich hingegen die Nachfrage in den Gesundheits-, Metall- und Elektro- sowie Büroberufen. Insgesamt waren Ende Juni 3.904 sofort verfügbare offene Stellen beim AMS gemeldet – ein Rückgang von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Eine zentrale Herausforderung bleibt die Qualifikation der Arbeitsuchenden. Knapp die Hälfte aller beim AMS vorgemerkten Personen verfügt höchstens über einen Pflichtschulabschluss. Gleichzeitig verlangen viele Betriebe zunehmend qualifizierte Fachkräfte. Das AMS setzt daher weiterhin auf gezielte Aus- und Weiterbildungsangebote, um die Chancen auf eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Trotz der wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen bleibt Vorarlberg damit eines der stabilsten Arbeitsmarktbundesländer Österreichs. Für das AMS sind die aktuelle Entwicklung bei den Jugendlichen, die Erholung im Baubereich und die weiterhin gute Lehrstellensituation wichtige Signale dafür, dass sich der Arbeitsmarkt schrittweise stabilisieren könnte.