AMS: Die Lage am Vorarlberger Arbeitsmarkt – Stand Jänner 2026
Vorarlberg behauptet sich trotz anhaltendem Druck am Arbeitsmarkt
Der Vorarlberger Arbeitsmarkt steht zu Beginn des Jahres 2026 weiterhin unter Druck. Ende Jänner waren 11.899 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) Vorarlberg arbeitslos vorgemerkt. Das entspricht einem Anstieg von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch zeigt sich Vorarlberg im Bundesländervergleich stabil: Mit einer Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent liegt das Land weiterhin deutlich unter dem österreichweiten Durchschnitt von 8,8 Prozent und weist die drittniedrigste Quote aller Bundesländer auf.
„Die wirtschaftliche Erholung verläuft nach wie vor schleppend. Daher rechnen wir in den ersten Monaten des Jahres noch mit einem erhöhten Arbeitslosigkeitsniveau“, erklärt AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter. Besonders stark betroffen sei aktuell die Altersgruppe der über 55-Jährigen. In dieser Gruppe stieg die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich um 15,4 Prozent auf 2.261 Personen.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzt das AMS gezielte Schwerpunkte. „Ältere Arbeitskräfte verfügen über große Erfahrung, hohes Fachwissen und eine hohe Verlässlichkeit. Sie stellen ein wertvolles Arbeitskräftepotenzial dar“, betont Bereuter. Unternehmen, die ältere Personen einstellen, können im Rahmen der Aktion 55+ mit einer Eingliederungsbeihilfe und damit einer Lohnkostenförderung unterstützt werden.
Unterschiedliche Entwicklungen zeigen sich auch innerhalb der Berufsgruppen. Zuwächse bei den vorgemerkten Arbeitslosen verzeichnete das AMS unter anderem in den Büro-, Fremdenverkehrs-, Handels- und Gesundheitsberufen. Rückgänge gab es hingegen in den Verkehrsberufen sowie in der Holzverarbeitung und Nahrungsmittelherstellung. Die Zahl der sofort verfügbaren offenen Stellen ging insgesamt zurück, besonders deutlich in den Fremdenverkehrs-, Metall- und Elektro- sowie Gesundheitsberufen.
Stabil präsentierte sich der Vorarlberger Lehrstellenmarkt. Insgesamt standen im Jänner 1.035 offene Lehrstellen zur Verfügung, davon 239 sofort besetzbar. Auf eine sofort verfügbare Lehrstelle entfielen statistisch 1,3 Lehrstellensuchende. Trotz eines leichten Anstiegs der Lehrstellensuchenden bleibt die Situation damit weiterhin günstig.
Auch im Bereich Qualifizierung setzt das AMS klare Akzente. 2.516 Personen nutzten im Jänner Schulungs- und Weiterbildungsangebote des AMS, um ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern. Ziel ist es, Arbeitsuchende bestmöglich auf die künftigen Anforderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten.
„Vorarlberg bleibt ein vergleichsweise stabiler Arbeitsmarkt“, fasst Bereuter zusammen. „Gleichzeitig erfordert die aktuelle Situation gezielte Maßnahmen, enge Zusammenarbeit mit den Betrieben und kontinuierliche Investitionen in Qualifizierung, um den Herausforderungen der kommenden Monate wirksam zu begegnen.“